Analyseinstrumente

Die im ZIM entwickelten online-basierten Analyseinstrumente unterstützen die Trainings. Die Analyseinstrumente geben den Teilnehmenden bereits vor Beginn des Präsenztrainings eine Einschätzung über die eigene kulturelle Sensibilität sowie über ihre kulturelle Prägung und regen zur Selbstreflexion an. Der Trainer / die Trainerin kann so gezielter auf Stärken und Schwächen, Vorerfahrung und Wissensstand der Teilnehmenden eingehen, was eine Qualitätssteigerung des Trainings bewirkt. In speziellen Feedbackrunden während und nach Abschluss des Trainings kann so auf die besonderen Profile der Teilnehmer eingegangen werden.

Die Analyseinstrumente sind in deutscher und englischer Sprache verfügbar.

Hochschulangehörige können die vom ZIM entwickelte Analyseinstrumente zum interkulturellen Lernen auf Aulis unter "Zentrum für Interkulturelles Management" nutzen.

Interkulturelle Sensibilitätsanalyse

Die Interkulturelle Sensibilitätsanalyse (ISA) wurde 2010 – aufbauend auf das Intercultural Development Inventory von Hammer, Bennett und Wiseman (2003) – an der Hochschule Bremen entwickelt. Sie basiert auf aktuellen Theorien und erfüllt die methodischen Kriterien der Validität und der Reliabilität für einen psychometrischen Test. Die ISA untersucht die interkulturelle Sensibilität auf der Bewusstseinsebene, also die Einstellungen einer Person bezüglich kultureller Unterschiede.

Es wird davon ausgegangen, dass diese „Interkulturelle Sensibilität“ sich durch Interkulturelles Lernen (beispielweise durch Austausch mit Personen anderer Kulturen oder der Teilnahme an interkulturellen Trainings) entwickelt. Beeinflusst wird im Speziellen die Weltsicht einer Person, die sich von einer sogenannten ethnozentrischen hin zu einer ethnorelativistischen Sichtweise verändert.

Kulturelles Persönlichkeitsprofil

Das theoretische Grundkonzept des Kulturellen Persönlichkeitsprofils (KPP) bilden acht Kulturdimensionen, die aus den Kulturdimensionen von Hall, Hofstede, Trompenaars und der GLOBE-Studie ausgewählt wurden. Von jedem Teilnehmenden wird ein interkulturelles Profil erstellt. Dieses Profil orientiert sich an „Kulturdimensionen“ und liefert Aussagen über eigene Präferenzen bzw. Ausprägungen der Teilnehmer. Diese Präferenzen bilden die Grundlage eines Vergleichs mit anderen Teammitgliedern oder „Kulturdimensionen“ aus anderen Kulturkreisen. Die Fallbeispiele zu diesen Dimensionen wurden im ZIM entwickelt.

Analyse interkultureller Handlungsstragien

In diesem Test können Sie überprüfen welche Handlungsstrategien Sie in  interkulturellen Situationen bevorzugt wählen.

Die Antworten des Tests lassen grundsätzlich drei Optionen offen, die ein Indikator sind, ob Sie in interkulturelle Situationen eher eine ethnozentristische Brille aufsetzen, nach einem universellen Ansatz beurteilen oder dazu in der Lage sind, eine ethnorelative Perspektive einzunehmen.

Die vorgeschlagenen Handlungsstrategien orientieren sich an den bekannten interkulturellen Kompetenzen. Die vorgeschlagenen Handlungsstrategien orientieren sich an den bekannten interkulturellen Kompetenzen (Deutungsfähigkeit, Perspektivwechsel, Neurahmen, Kommunikationsfähigkeit Metakommunikation, Konfliktfähigkeit, Zuhören, Mediationsfähigkeit, Ambiguitätstoleranz, Anpassung, Reconciliation).

Die dargestellten Probleme sind aus dem Spektrum der acht identifizierten Kulturdimensionen gewählt worden (Unsicherheitsvermeidung, Machtdistanz, Affektivität,  Individualismus, Zeitstrukturierung, Leistungsorientierung, High Context Kommunikation, Universalismus)

Die genannten Beispiele orientieren sich an Konflikten aus deutsch geprägter Perspektive, daher richtet sich der Test vornehmlich   an Teilnehmende aus dem deutschen Kulturkreis.

Beispiel:

Thema: Affektivität - Handlungskompetenzen: Metakommunikation, Perspektivwechsel

1. Seit drei Monaten arbeiten Sie in einem internationalen Team. Einer der ausländischen Teamkollegen ist immer sehr still und Sie haben noch nie erlebt, dass er seine Meinung sagt. Sie wünschen sich, dass er sich mehr einbringt. Wie verhalten Sie sich?

a) Ich werde ihm einfach ehrlich sagen, dass ich mir wünsche, er solle sich mehr einbringen. (EM)

b) Mit diesem Verhalten passt er einfach nicht hierher, Ich finde er sollte zurück nach Hause geschickt werden (EZ)

c) Vielleicht nehmen wir anderen zu viel Raum ein und er kommt gar nicht zu Wort. Ich werde ihn öfter mal zur Seite nehmen,  um ihn persönlich nach seiner Meinung zu fragen. (ER)