ZIM   Zentrum für interkulturelles Management der Hochschule Bremen

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Das ZIM-Prozessmodell zu interkultureller Kompetenz

Im Rahmen der Forschung und Praxis der letzten Jahrzehnte wurden die theoretischen Modelle zu Interkulturellen Kompetenz ständig weiterentwickelt und ergänzt, Ursprüngliche Listenmodelle orientierten sich an der einfachen Aufsummierung von Persönlichkeitsmerkmalen als Kompetenz-Konstrukt.

Strukturmodelle systematisieren die Teilkomponenten in eine affektive, kognitive und konative (handlungsbezogene) Ebene. Diese drei Ebenen finden sich bei vielen Forschern: So vollzieht sich bei Hofstede interkulturelle Kompetenz auf den drei Ebenen Bewusstwerden, dem Wissen und den Fertigkeiten. Bei Schulz von Thun sind es die „Drei Straßen des Lernens“, die aus Selbsterfahrung (emotional bzw. affektiv), Informationsvermittlung (kognitiv) und Verhaltenstraining (aktional, konativ) und bestehen.

Das Zusammenspiel und die Beeinflussung dieser drei Ebenen untereinander und die zusätzliche situative Anhängigkeit werden in den zurzeit aktuellen Prozessmodellen hervorgehoben. So umfasst das Modell der US-Wissenschaftlerin Darla Deardorff (2006) vier Dimensionen, die sich in einem fortwährenden, dynamischen Zusammenspiel und wechselseitiger Beeinflussung als das Gesamtkonstrukt Interkulturelle Kompetenz beschreiben lassen.
Ausgehend von einem dynamischen Kulturbegriff wurde am ZIM ein Prozessmodell für interkulturelle Kompetenz entworfen, welches auf einer Expertenanalyse, die von Darla Deardorff im Jahre 2006 durchgeführt wurde, beruht.

Das Modell veranschaulicht die stetige Prozessorientierung des Konzepts von interkultureller Kompetenz. Hierbei soll auf die Tatsache aufmerksam gemacht werden, dass an jedem Punkt des Modells ein Lernprozess stattfindet, der auf die erforderlichen Fähigkeiten zum Erwerb von interkultureller Kompetenz abzielt. Weiterhin verdeutlicht dieses Modell, die Bewegung bzw. den Prozess der sich zwischen den unterschiedlichen Teilelementen abspielt.

Haltung und Einstellung (Motivationsebene): Wertschätzung, Offenheit, Unvoreingenommenheit, Flexibilität, Emotionale Stabilität, Selbstreflexion Empathie
ZIM-Ansatz: Wie bereits beschrieben werden im ZIM-Ansatz folgende Elemente im Training berücksichtigt:

  • Bewusstsein: Wahrnehmungsbewusstsein, Bewusstsein über unterschiedliche Kommunikations-formen, Bewusstsein der eigenen Stereotype & Vorurteile
  • Wissen: Kulturverständnis, Kenntnis unterschiedlicher Kommunikationsmuster und Strategien, Kenntnis eigener Werte und Normen, Kenntnis von Kulturunterschiede, Kenntnisse der Prozesse von Stereotypisierung & Vorurteilsbildung
  • Handlungskompetenz: Interpretationsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit Konfliktfähigkeit

Interne Wirkung: Verlagerung des Referenzsystems; Anpassungsfähigkeit, Flexibilität, Relativierung der ethnozentrischen, eigenen Sicht..
Externe Wirkung: Effektive Kommunikation und angemessenes Verhalten in schwierigen interkulturellen Situationen

Das Modell zeigt deutlich, dass sich Interkulturelle Kompetenz dynamisch entwickelt und nicht als ein statischer Zustand zu verstehen ist. Sie ist nicht das direkte Resultat einer einzelnen Lernerfahrung, wie beispielsweise einer Reise ins Ausland oder einer ad-hoc Fortbildung. Sie ist ein komplexer Lern- und Erfahrungsprozess, der sich auf verschiedenen Ebenen vollzieht. Interkulturelles Lernen sollte sich daher nicht an der unabhängigen Vermittlung einzelner Wissensbausteine orientieren, sondern im Gesamtzusammenhang die Entwicklung eines tiefgreifenden Verständnisses für die Phänomene interkultureller Begegnungen ermöglichen.

Hier werden Haltungen und Einstellungen als Basis für den Aufbau von interkultureller Kompetenz etabliert. Von vorhandener Haltung und Einstellung, lassen sich dann benötigtes Bewusstsein, Wissen und Handlungskompetenzen entwickeln, die im Anschluss zu den gewünschten internen und externen Konsequenzen führen.

Aktuelles

4. Diversity Tafel "begegnen|genießen|vernetzen"

Montag, 14. Mai 2012
19:00 Uhr






Diversity Preis 2012 Hochschule Bremen