Forschung
Zur Vorbereitung von Auslandseinsätzen aber auch in Bezug auf die Leitung multikultureller Teams im Inland sehen Personalabteilungen den zunehmenden Bedarf von interkulturellen Kompetenztests, um Eignung und Trainingsbedürfnisse der Kandidatinnen und Kandidaten im Vorfeld zu prüfen. Dies erfordert die Verarbeitung mehrdimensionaler Messgrößen.
Bisher verfügbare Online-Tests zur Evaluierung interkultureller Kompetenz sind trotz starker Nachfrage bislang nur wenig ausgereift, sozial- und kulturwissenschaftlich nur mäßig fundiert und häufig zu oberflächlich angelegt. Sie basieren zumeist auf der Basis simplifizierter Modelle beispielsweise von Hofstede, werden der Komplexität der Fragestellung nicht gerecht, und sind damit als fundierte Messinstrumente kaum brauchbar.
Im Rahmen eines Kooperationsprojektes mit dem M2C- Institut für angewandte Medienforschung an der Hochschule Bremen entwickeln wir einen Einstufungstest zur Messung interkultureller Kompetenz, der erste, verlässliche Hinweise auf die interkulturelle Reife und Sensibilität einer Person geben und auch als Lerninstrument verwendet werden kann. Parallel zur ersten Stufe, dem Internet-basierten Test, wird eine zweite Stufe konzipiert, ein Verfahren, in dem z. B. Fallanalysen ihre Anwendung finden und Ergebnisse individuell von Expertinnen sowie Experten ausgewertet werden.
Online-gesteuerte Testverfahren versuchen wir multifaktoriell anzulegen. Dabei werden Wissen, Bewusstsein und Handlungskompetenz einbezogen, um ein differenziertes Bild interkultureller Kompetenz sowie der erforderlichen Trainingspotenziale erheben zu können.
Anspruch des ZIM ist es, einen kulturwissenschaftlichen Blick auf „interkulturelle Kommunikation und Kompetenz“ zu lenken, um aus dieser Perspektive fundierte Handlungsempfehlungen für ein komplexes Messverfahren ableiten zu können.
Was das Online-Verfahren angeht, wollen wir unsere Ansprüche nicht zu hoch schrauben: Zumindest sollte der Test ermöglichen, vor der Buchung von interkulturellen Trainings eine gewisse Stufe zu bestimmen und im Nachhinein den Trainingserfolg zu messen. Darüber hinaus können auf dieser Basis Kompetenzzertifikate ausgegeben werden.
Die Magisterarbeit von Jochen Schiffmann (Oktober 2009) liefert eine ausführliche wissenschaftliche Basis, unter *Einbezug aktueller Kulturtheorien das Konzept eines Testverfahrens für interkulturelle Kompetenz zu erstellen.
